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Ausverkauf an der Hörn

Einem Artikel von KN-online zufolge wird an der Hörn ein neues Prunkstück Kieler Einheitsarchitektur geplant: die deutsche Telekom möchte nach einem Entwurf des Architekten der Germania-Arkaden ein Callcenter errichten.

Abriss eines Kaufhauses
Symbolbild: Abriss eines Kaufhauses

Erst der Schmidbau, dann die Germania-Arkaden und nun das potentiell nicht minder triviale Callcenter…wie kann Kiel es schaffen den prominentesten Baugrund der Stadt derart misszugestalten?

Es scheint so, als ob die Stadt mit jedem beliebigen Angebot liebäugelt und so aus den Augen verliert, dass nicht nur eine Belebung der Hörn, sondern auch eine Aufwertung notwendig ist. Diese kann und wird aber nicht durch herzlose Massenarchitektur erreicht werden.

Durch diese Ausfälle zerstört die Stadt ihr größtes Potential – das Meer in der Stadt: die Hörn könnte zum Mittelpunkt der Stadt werden, wenn man die Erlebnisqualitäten stärken und den Blick nicht durch unansehnliche Bauten versperren würde.

Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt sich nicht jedem Investor an die Brust wirft, sondern selbst tätig wird und endlich einmal ein Projekt umsetzt, das den Kielern, Touristen sowie der architektonischen Qualität des Stadtbildes zu Gute kommt und nicht nur der Stadtkasse.

Um solchen durch Investoren-Druck verursachten Bausünden in Zukunft vorzubeugen, sollten für Baugründe an der Wasserlinie Architekturwettbewerbe zur Pflicht werden. Wäre dem bereits so, würde das Kieler Stadtbild durch eine bessere, vielfältigere und vielleicht sogar mutigere (!) Baukultur bestimmt, die einer Landeshauptstadt eher angemessen wäre.

[Aktualisierung]

Die Kieler Ratsversammlung stimmte heute nachmittag dem Wunsch der Telekom zu. In zweiter Reihe hinter den Germania-Arkaden auf 1800qm Fläche ist ein fünfgeschossiger Bau geplant, der von der Investorengesellschaft BPB getragen und voraussichtlich 2011 fertiggestellt wird. Die Stadt verspricht sich davon neue Impulse für die Kai-City als Dienstleistungs- und Wohnstandort (Albig).

Es stellt sich hier die Frage, inwiefern ein Callcenter dies überhaupt leisten kann…z.B. ist bereits ein Callcenter an der Hörn ansässig, aber wirklich gestärkt hat es den Standort nicht…vielleicht gelänge dies ja durch eine außergewöhnliche Architektur?