FördePerspektivenArchitekturblog über Kiel und die Kieler Förde

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Die Zukunft der Kieler Innenstadt - Erkenntnisse und Konsequenzen der Planungswerkstatt (III)

In diesem Artikel möchten wir Ihnen die Ergebnisse und Ideen des zweiten Tages der Planungswerkstatt detailliert vorstellen sowie die entwickelten Leitziele und -strategien zusammengefasst darstellen.

Planungswerkstatt mit Stadtplänen
Symbolbild: Planungswerkstatt mit Stadtplänen

Nach Präsentation der Ergebnisse des ersten Tages wurden alle Beteiligten in neue Gruppen, diesmal zu abgegrenzten Themenbereichen, eingeteilt und sollten zu diesen konkrete Ideen und Strategien entwickeln.

Gruppe - südliche Innenstadt

(a) Öffentlicher Raum

  • Holstenplatz: funktionale Nutzung
    • großer, freier Raum für Veranstaltungen
    • kleine, kompakte Bebauung
    • mehr an die Andreas-Gayk-Straße anbinden
    • Taxistand verlegen
    • Andreas-Gayk-Straße: nur ÖPNV
  • Europaplatz: Verweilen
    • Begrünung
    • Rückbau der Steinwüste
    • Reaktivierung des Brunnens
    • Ebenen schaffen - Terassen
    • den unteren Pavillion abreißen
    • Mehr Sitzmöglickeiten
  • diese beiden Plätze mehr miteinander vernetzen
  • Übergang Holstenstraße - Sophienhof: dringende Umgestaltung
  • Fassadenöffnung zur Andreas-Gayk-Straße durch Geschäfte
  • Bereich Eckmannspeicher: Segelanleger für ca. 50 Boote

(b) Einkaufen & Wohnen

  • Wohnen im Bereich Waisenhofstraße, Lange Reihe
  • Rathausgalerie: Einkaufsfunktion anders bewerten
    • Mühlenstraße: Wohnen & Arbeiten
    • Kn-Gebäude: Nutzung unklar
    • Wohninseln miteinander verbinden
  • Sport, Fitness, Wasser in die Innenstadt
  • Bereich Holstenstraße/Andreas-Gayk-Straße
    • Aufwerten, Verbessern
    • mehr Geschäfte
    • einheitliche Betrachtung - eventuell durch Centerbewirtschaftung (die ansässigen Mieter würden in Rathausgalerie ziehen, so dass Holstenstraße Leerstand hätte, verwaisen würde)

Gruppe - nördliche Innenstadt

  • Forderung an die Politik: Bekenntnis zur Altstadt als Mitte Kiels
  • Betonung des ursprünglichen Straßenkreuzes
    • Endpunkte des Kreuzes betonen - z.B. in der Dänischen Straße Endpunkt suggerieren
  • Aufwertung durch einheitliche Gestaltung - Begrünung, Bänke, Beleuchtung, Straßenbelag etc.
  • Wohnbebauung im Bereich Wall, Eggerstedtstraße
  • Fischerstraße beim NDR reaktivieren
  • Verkehr: shared space (Bsp. Kopenhagen)
  • Rotlichtviertel
    • mögliches Vergnügungsviertel
    • mehr Bars, Café etc.
  • Nord-Westen - Bankenviertel
    • Auszug der Banken
    • Gegend zu monoton besetzt
    • Belebung
  • Parkplatz Faulstraße
    • Befreiung von ruhendem Verkehr
    • andere Identität herstellen
    • “Schatzkästchen”
    • andere Begrünung
    • mehr Gastronomie

Gruppe - Wohnen

  • alle Altersgruppen in die Innenstadt
  • Schul- und Kita-Angebot zu gering
  • was muß für Wohnen in der Innenstadt vorhanden sein?
    • Erholungszonen - Café im Hiroshima-Park
    • Wasser - Bootsverleih Kleiner Kiel
    • grüne Dächer
    • Lebensmittelangebot - z.B. im Karstadt-Leik-Bereich
  • Hotelnutzung in der Innenstadt

Gruppe - Kultur, Freizeit & Tourismus

  • Kleinen Kiel mit Förde verbinden
  • Bootshafen: OpenAir, Segelnutzung
  • Bereich Rathausgalerie: andere Nutzung - Schwimmbad, Wohnen
  • Neues Rathaus: Kulturterasse einrichten
  • ZOB: Aussicht nutzen, Fläche attraktivieren
  • Hafen: versenkbare Zäune
  • Verbindung zum Ostufer durch Wassertaxis

Spezialthema: Schlossareal

  • zentrales Kulturviertel
  • neuer, größerer Konzertsaal - direkt an der Förde?
  • Hotel- und Kongresszentrum möglich
  • Leuchtturmprojekt
  • Wegeachse der Museen herstellen
  • Stadtgalerie auf das Schlossareal
  • Schlossplatz gestalterisch aufwerten
  • historischen Kern des Schlosses erhalten, im anderen Bereich Bebauung möglich
  • Schifffahrtsmuseum soll freistehend bleiben
  • Blickachsen, Straßenzüge verdeutlichen
  • Gastronomie-Angebot verbessern - z.B. Dachcafé auf dem Altstadtparkhaus Flämische Straße
  • Architekturwettbewerb für Kulturviertel ausschreiben

Gruppe - Einzelhandel

  • Stärkung des Einzelhandels durch Aufwertung des öffentlichen Raumes
  • Reduzierung des Verkehrs
    • Andreas-Gayk-Straße: weniger Verkehr, Rand für Einzelhandel
  • keine Erweiterung von Verkaufsflächen
  • möglicher Abriss: Aufgang zum Sophienhof, Casino am Bootshafen, Kopfbau Holstenstraße/Holstenbrücke
  • Transparenz der Arbeit des Stadtplanungsamtes gefordert
  • mittlere Holstenstraße
    • hat großes Potential
    • Flächenmanagement
    • Öffnung der Geschäfte zur Andreas-Gayk-Straße
  • Altstadt
    • hat keine endogenen Potentiale
    • Investor nötig
    • wenn, dann offenes Center aus einzelnen Baukörpern mit öffentlichen Wegen dazwischen
    • 2 Geschosse Geschäftsfläche, darüber Wohnen mit begrünten Flächen
    • Südseite der Altstadt noch mehr beleben - Sonnenseite
    • Eggerstedtstraße stark zurückbauen - nur ÖPNV
  • Karstadt-Leik
    • Passage
    • Öffnung nach außen - Geschäfte auch von außen sichtbar
    • zentrale Halle, aber nach oben offen
    • begrünter Eingangsbereich
    • Wiederbildung der Pfaffengasse
  • Bootshafen
    • nach Norden gerichtete Seite unbelebt
    • Markthalle öffnen

Zusammenfassung

Ein Rahmenplan oder ein Gesamtkonzept für die Kieler Innenstadt konnten an diesem Wochenende noch nicht entwickelt werden, da Machbarkeit und Finanzierung eher nebensächlich thematisiert wurden. Aber das war auch nicht das Ziel dieses Workshops.

Es wurden Ideen und konkrete Vorschläge gesammelt sowie Leitinteressen aller Beteiligten deutlich formuliert, die nun durch die Stadtplanung und Politik begutachtet, beurteilt und in einen Plan umgewandelt werden müssen.

Die Wünsche und Ideen der Kieler Bürger

Frau Dr. Elke Pahl-Weber fasste abschließend die einzuleitenden Maßnahmen kurz zusammen:

  • Masterplan für die Altstadt erstellen
  • Entwicklung des Karstadt-Leik-Areals vorantreiben
  • Standort für Konzerthalle suchen und Betreiberkonzept entwickeln
  • Machbarkeitsstudie für die Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel
  • EU-Programme für die Finanzierung nutzen
  • Teile der Innenstadtentwicklung als Projekt für die nationale Stadtentwicklungspolitik entwickeln und Förderung nutzen
  • einen ‘Aktionspakt’ Innenstadt gründen
    • Zusammenarbeit von Verwaltung, Politik, Investoren und Eigentümern
    • eventuell externe Moderation
  • eine Auftragskonferenz einrichten
    • alle Ämter nehmen teil - Antragsteller (Gastronomen, Einzelhändler etc.) können so ihre Anträge in einem Schritt allen zuständigen Ämtern präsentieren
  • Rahmenplan erstellen und bisherige Rahmenplanung überarbeiten
  • Bürgerbeteiligung im weiteren Prozess nutzen

Diese Vielfalt an schönen, wünschenswerten Ideen, aber auch kleinen Luftschlössern macht deutlich, wieviel kreatives Potential und Engagement in den Kieler Bürgerinnen und Bürgern steckt.

Die Planungswerkstatt hat auch gezeigt, wie sehr sich die Kieler für ihre Stadt und deren Zukunft begeistern. Man kann nur hoffen, dass die Politik diese Art der Bürgerbeteiligung weiter fördert und dass (wenigstens) ein Teil dieser Ideen in die Tat umgesetzt wird.