In der Lokalpresse gibt es heute einen interessanten Artikel: “Kiels Stadtentwicklung kommt nur schleppend voran“.

Ich dachte schon, meine Wahrnehmung diesbezüglich wäre sehr subjektiv, aber es gab tatsächlich seit den öffentlichen Hearings zur Innenstadt keine größeren Aktivitäten mehr. Auch die offizielle Dokumentation der Ergebnisse der Planungswerkstatt steht noch aus. Zusammenfassungen und Bilder gibt es bisher nur hier auf FördePerspektiven.
Im Hinblick auf die engagierte Bürgerbeteiligung während der Hearings und an dem Wochenende der Planungswerkstatt ist dies eine sehr traurige Tatsache.
Investoren verfeinern Planungen
Die Investoren, ohne deren finanzielle Mithilfe es nicht geht, planen in der Zwischenzeit weiter. Man kann ihnen dies nicht verübeln, sondern muss eigentlich dankbar sein, dass sie trotz fehlender Planungssicherheit und einer nicht besonders transparenten Informationspolitik nicht die Geduld verlieren und ihre Bemühungen auf andere Standorte verlagern.
Im Gegensatz zur Verwaltung nehmen die Investoren die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung an und überarbeiten zur Zeit ihre ursprünglichen Planungsmodelle. Dies bedeutet für die ECE, dass das Schloss bestehen bleibt und in das Konzept von Philharmonie, Kongresszentrum und Mall integriert wird.
Auch der Investor Gedo, der die Rathausgalerie entwickelt, scheint seine Planungen zu überarbeiten – bei ihm wurden fehlende Wohn- und Büroflächen kritisiert. Einem weiteren Einzelhandelsschwerpunkt auf Höhe der Holstenstraße wurde bei der Planungswerkstatt eine klare Absage erteilt zugunsten der bestehenden Geschäftsflächen um C&A herum und wegen der Verkehrsbelastung für die Anwohner.
Bei Karstadt-LEIK herrscht auch Stillstand, dies ist umso bedauerlicher, da während der Planungswerkstatt diesem Areal die größte Priorität beigemessen wurde. Der unzeitgemäße, introvertierte Gebäudekomplex ist nicht nur unwirtschaftlich für den Betreiber, sondern schmälert auch die Aufenthaltsqualität der angrenzenden Blöcke und Geschäfte.
Und nun?
Abschließend kann man nur hoffen, dass die Ergebnisse der Planungswerkstatt endlich veröffentlicht werden und die Stadt Kiel einen konkreten Rahmenplan aufstellt. Die bestehende Unsicherheit und Intransparenz ist eine Zumutung für Investoren und Bürger.