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Rahmenplan Innenstadt: Sitzung des Ortsbeirats Mitte

Am Dienstag, den 16. Dezember 2008 hatte der Ortsbeirat Mitte seine letzte Sitzung dieses Jahres. Außerordentliches Thema war diesmal der Rahmenplan Innenstadt.

Bebauungsplan auf dem Tisch
Symbolbild: Bebauungsplan auf dem Tisch

Der Vorsitzende führte in die Diskussion mit dem Gedanken ein, dass die ‘Gedankenspielerei’ um die Innenstadt schön und gut ist, aber man das Machbare nicht aus den Augen verlieren solle. So müsse man bei allen Ideen und Planungen die demographische Entwicklung Kiels und auch die Tatsache, dass Kiel keine Metropolregion ist, miteinbeziehen.

Abriss des LEIK ?!

Die Kieler Innenstadtkonzepte - Rathausgalerie, Karstadt-Leik-Areal und der ECE-Entwurf - wurden vielseitig beleuchtet, wobei ECE als unkonkret abgetan wurde. Mehr Platz nahmen die Mutmaßungen um die LEIK-Immobilie ein, zu der allerdings niemand Handfestes vorbringen konnte. Gerüchteweise steht dieses Areal vor einem kompletten Abriss oder einer starken Umstrukturierung, bei welcher nur die ersten zwei Ebenen für den Einzelhandel bestehen bleiben. In jedem Fall stehe fest, dass die Mietverträge der derzeitigen Mieter bis Ende September 2009 auslaufen (König, Einzelhändler). Konkrete Informationen soll es zu diesem Projekt jedoch erst im kommenden Januar geben.

Spaßbad statt Einkaufsparadies?!

Auf den Plänen zur Rathausgalerie lag der Fokus der Sitzung. Positiv betrachtet wurde, dass überhaupt etwas in der Innenstadt passiert, dass es einen Investor (GEDO) gibt, der sich für die Verbesserung der Innenstadt engagiert. Man solle die Pläne nicht von vornherein ‘verteufeln’ und es dem Investor unnötig schwer machen (Langniß, Hencke). Kiel hänge zwanzig Jahre in der Entwicklung hinterher (Yildirim) und am Alten Markt habe sich seit zehn Jahren auch nichts getan, was überhaupt als Motor für die Entwicklungen der Rathausgalerie gesehen wurde (Hencke).

Uneinig war man sich über eine Beschränkung der Ausmaße der Rathausgalerie, einige plädierten für eine Begrenzung auf 15.000 qm, andere wollten dem Bauausschuss keine Steine durch diese enge Formulierung in den Weg legen, so dass hierüber kein wirklicher Beschluss gefasst wurde. Auch der Vorschlag, einen Architektenwettbewerb für die Gestaltung der Galerie ins Leben zu rufen, um zu sehen, was möglich ist und ob es eine optimalere Lösung als die der GEDO gibt, auch hinsichtlich der Durchlässigkeit und Offenheit des Centers, wurde abgelehnt.

Skuril mutete der Vorschlag eines Kieler Bürgers an, die Pläne der Rathausgalerie in ein Schwimmbadcenter umzukonzipieren, welches ja auch von der GEDO getragen werden könne. Dieser Vorschlag wurde in der Diskussion jedoch glücklicherweise nicht weiter vertieft, da die GEDO lediglich Einzelhandel betreibe (Hencke), und auch die Tatsache, dass die Pläne zur Aufbesserung der restlichen Kieler Bäder im Sande verlaufen sind, dagegen spräche (Langniß).

Altstadt - Nebensache!

Der restliche Altstadtbereich wurde wenig thematisiert - dass bspw. der Alte Markt eventuell aufgrund der Rathausgalerie ‘den Bach runtergehe’ (Hencke), schien niemanden wirklich zu stören. Unkonkrete Äußerungen, die Alstadt muß ein Magnet sein (Yildirim), verliefen im Sande. Ebenso der Verweis auf die vorbildliche Entwicklung der dänischen Stadt Aarhus und der dortigen Entwicklung der Altstadtinsel (König, Einzelhändler) wurde nur zur Kenntnis genommen.

Zumindest wurde jedoch mehrstimmig eine unabhängige Verträglichkeitsstudie für alle Innenstadtkonzepte gefordert, die von der Stadt und nicht vom Investor selbst in Auftrag gegeben wird (Bsp. wie zuvor das CIMA-Gutachten von GEDO). Und auch die Idee zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die Innenstadt, um die Verhältnismäßigkeit der Planungen zu gewährleisten (Yildirim), fiel angenehm auf.

Parkplätze und Stadtregionalbahn

Desweiteren wurden die Forderung nach mehr Parkplätzen und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität/ Attraktivierung der Innenstadt, was leider sehr kurz kam, diskutiert. Kiel hat derzeit 9000 Parkplätze, die, außer bei ungewöhnlicher Belastung, ausreichend Kapazität böten. Auch die geplante Stadtregionalbahn kommt der Forderung nach einer geringeren ‘Autokonzentriertheit’ in der Innenstadt (Langniß) entgegen. Aus der Kieler Innenstadt eine Parkplatzwüste zu machen,ist nicht das Ziel, dies widerspräche der gewünschten Attraktivierung.

Die Forderung nach einem klaren (politischen) Bekenntnis zur Lage und Zukunft der Innenstadt (Hencke), konnte bei dieser Sitzung selbst leider nicht umgesetzt werden. Ebenso erscheint das Ziel, das Optimum für die Stadt zu erreichen, da die positiven Impulse in der Beschlusskonfusion untergingen, weit verfehlt…