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Rahmenplan Innenstadt: Sitzung des Ortsbeirats Mitte (II)

Auch in der ersten Sitzung des Jahres waren die Innenstadt-Entwicklung und das laufende Werkstattverfahren Hauptthemen des Ortsbeirats Mitte.

Marktplatz mit Pavillons und Kirchturm
Symbolbild: Marktplatz mit Pavillons und Kirchturm

Zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass der Bauausschuss der Stadt zu einem Vorschlag des Ortsbeirats seine Zustimmung erteilt hat. Nun würde der Ratsversammlung vorgelegt werden, die Rathausgalerie - im Falle ihrer Umsetzung - als offenes und nicht als geschlossenes Einkaufscenter zu konzipieren.

Einleitend wurde ebenfalls angemerkt, dass ECE eine offizielle Bauvoranfrage, deren Details noch nicht öffentlich zugänglich sind, vorgelegt hat. Es sei “etwas im Busch” und es gebe zusätzlich Gerüchte, dass ECE versuche Teile des Karstadt-Areals aufzukaufen (Berndt), aber leider noch nichts Konkretes.

Das Scharnier Rathausgalerie “klappt eher zu” und die Entwicklung “des oberen Endes des Kieler Knochens” hat Priorität (Berndt)

Anschließend wurden das dritte Hearing des Werkstattverfahrens und der dort vertretene Tenor - Entwicklung an erster Stelle in der Altstadt - diskutiert. Deutlich wurde in dieser offenen Diskussion, an der die anwesenden Einzelhändler impulsgebend mitwirkten, dass auch im Ortsbeirat die Entwicklung der Altstadt als Priorität gesehen wird.

Diese “Flucht von der Rathausgalerie” (Hencke) wurde als voreilig eingestuft, da der Hauptverkehrsknotenpunkt (Exerzierplatz) nahe dem Standort der Galerie sei und die Stadt einen gut erreichbaren Gegenpol zu Citti etc. bieten müßte (Langniß). Ebenfalls könnte die Zusage zur Rathausgalerie die Initialzündung dafür sein, dass im Karstadt-Leik-Areal (das “Phantomprojekt”  (Hencke)) etwas passiert (Langniß).

Als triftiger Grund gegen die Rathausgalerie spräche, dass durch diese die Einkaufenden von ihrer “Laufrichtung” Sophienhof - Altstadt abgelenkt würden (Mitglied der Ratsversammlung) und so nicht nur die Altstadt, sondern bereits das ‘Problemkind’ mittlere Holstenstraße benachteiligt wäre.

In der Altstadt müsse die Entwicklung anfangen und später könne man weitere Projekte in Angriff nehmen (Mitglied der Ratsversammlung, Berndt), auch Einkaufszentren - falls noch Bedarf besteht.

Vorbild und Kultur für Kiel?

Als Vorbild wurde erneut die dänische Stadt Aarhus genannt, die ihre ehemals unansehnliche Altstadt zu einem bei Touristen und Bewohnern gleichermaßen beliebten und belebten Ort umgewandelt hat. Auch Kiel könnte dieses Ziel erreichen, aber auch nur, wenn eine ähnlich öffentlichkeitswirksame, kulturelle Institution wie das Kunstmuseum Aarhus geschaffen würde (mehrere Einzelhändler). Die Philharmonie an der Förde könnte zur Reputation und zum Selbstbewußtsein der Landeshauptstadt erheblich beitragen.

Diese Diskussion machte deutlich, dass alle Entwicklungen ihre Vor- und Nachteile haben, so dass ein Rahmenplan sehr schwierig zu erstellen sein wird. Eine eindeutige politische Positionierung der Stadt wäre wünschenswert (Hencke), so dass zukünftige Investoren gesteckte Grenzen auffinden würden und in diesen planen müßten - ein entschlossener Investor würde sich davon nicht abschrecken lassen.

Andere Thematiken wie z.B. Wohnen in der Innenstadt (im Bereich Rathausgalerie, Altstadt), was als ungünstig betrachtet wurde (Mitglied der Ratsversammlung, Langniß), wurden leider nur kurz angesprochen.