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Wettbewerb ‘Alte Feuerwache’

Am Rande der Kieler Altstadt, in bester Lage zwischen Dänischer Straße und dem Kleinen Kiel, wird es den städtebaulich interessantesten Wettbewerb geben, den Kiel mittelfristig erleben wird.

Marktplatz mit Pavillons und Kirchturm
Symbolbild: Marktplatz mit Pavillons und Kirchturm

Übertroffen werden könnte die Aufgabe wohl nur durch eine Umnutzung des HDW-Areals oder eine Nachverdichtung des Hindenburgufers im Interesse der Öffentlichkeit. Da beides (leider) eher unwahrscheinlich ist, kann man gespannt auf die Ergebnisse des Wettbewerbes ‘Alte Feuerwache’ warten.

Aufwertung des Innenstadtbereichs

Da die Innenstadt unter der Konkurrenz von Sophienhof, Citti-Park und dem Gewerbegebiet Raisdorf leidet, kommt der Aufwertung des Stadtkerns eine besondere Bedeutung zu. Nur durch die Etablierung einer attraktiven Mischung aus Gastronomie, Kultur und Einzelhandel/Dienstleistung kann diesem Trend entgegen gewirkt werden. Mit dem Angebot der Discounter auf der grünen Wiese und den Geiz-ist-geil-Märkten kann und soll die Innenstadt sowieso nicht konkurrieren. In dieser Hinsicht sollte die Planung dahingehend betrieben werden, dass ein lebendiger, vielfältiger und eher kleinteiliger Stadtkern anvisiert wird. Eine solche Innenstadt hätte das Potential ein dauerhaft belebter Ort zu werden und ein Platz, an dem sich die Bürger treffen.

Historisch? Modern? Dichte Bebauung – oder lieber viel Glas und Durchgrünung?

Ein großes Einkaufszentrum, wie in den 60er Jahren üblich, wird wohl keiner der Wettbewerbsteilnehmer vorschlagen. Aber der Stil der vorgeschlagenen Umsetzung wird spannend. Auf der einen Seite wünscht man sich eine verwinkelte Altstadt mit gemütlichen Ecken und Kneipen, auf der anderen Seite moderne Gebäude und zeitgemäße, repräsentative Architektur, die die Konkurrenz anderer Städte nicht zu scheuen braucht.

Da früher an dieser Stelle vorrangig Gärten waren, besteht zumindest nicht die Gefahr einer historisierenden Rekonstruktion wie sie gerade in der Frankfurter Innenstadt droht. Dort geht der Diskurs sogar so weit, dass man ernsthaft diskutiert, ob man einen Teil des neuen Museumsgebäudes “Schirn” abreißt.

Der zweistufige, städtebauliche Wettbewerb hat mittlerweile begonnen und man darf gespannt sein, mit welchen stilistischen Mitteln die beteiligten Planungsbüros urbane Lebensqualität in der Kieler Altstadt schaffen wollen. Wir werden es auf jeden Fall mit Neugier in der Presse verfolgen.

Impressionen vom Wettbewerbsgebiet