Seit dem 1. Mai rollen die schwarzen Kamera-Autos von Google durch Kiel und Lübeck und machen Aufnahmen der Straßenräume für den neuen Kartenservice “Street View”.

In Kürze wird man das orangefarbene Männchen-Icon aus dem neu gestalteten Zoom-Werkzeug von GoogleMaps auf eine beliebige Straße ziehen und diese dann aus der Autoperspektive betrachen können.
Kein anderes Angebot von Google spaltet die Meinungen so sehr wie diese neue Erweiterung. Bundesweites Aufsehen erregte die Gemeinde Molfsee, als Google im Oktober 2008 nach massiven Protesten von Eigenheimbesitzern von Fotoaufnahmen absah.
Die Argumente der Gegner sind, dass die sehr detailreichen Fotos die Privatsphäre verletzen, da Personen, Hausnummern und Schilder teilweise gut erkennbar sind. In diesem Zusammenhang gibt es schon zahlreiche private Webseiten wie GoogleSightseeing, die die skurrilsten Bilder sammeln und veröffentlichen. Die größte Befürchtung ist jedoch, dass Kriminelle die neuen Möglichkeiten nutzen könnten, um gezielt Örtlichkeiten vorab auszukundschaften und Einbrüche zu planen.
Gesichter, Werbeschilder und Autonummern werden mittlerweile recht zuverlässig automatisch unkenntlich gemacht. Bei Hausnummern, die jedoch schwer in den Bildern identifizierbar sind, funktioniert diese Technik jedoch nicht.
Nichtsdestotrotz ist der neue Dienst eine interessante Möglichkeit Städte und Straßenräume virtuell zu “begehen”. Inwieweit sich diese Potentiale für Tourismus, Stadtplanung und Marketing im Allgemeinen nutzen lassen – und was Google noch an Funktionen (und Werbung) integriert – wird die Zukunft zeigen.
Aktueller Artikel bei Heise:
Einen guten Eindruck kann man sich am Beispiel von New York machen:
- Blick auf Ground Zero
- Fahrt über Manhattan-Bridge
- Blick auf Empire State Building
- Mitten auf dem Times Square
- Blick auf Flatiron-Building
Artikel zum Protest der Gemeinde Molfsee:
- TAZ – Dorf wehrt sich gegen Google
- Spiegel – Kommunen wollen Kamera-Wagen verbannen
- Stern – Neblige Aussichten für StreetView
- BILD – Dörfchen protestiert gegen Google-Fotos