Vor zwei Wochen hatten wir eine kleine Übersicht über die Aktivitäten bzw. die Präsenz der Oberbürgermeister-Kandidaten im Internet zusammen gestellt. Jetzt kurz vor der Wahl lohnt es sich noch einmal nachzusehen, ob sich im Verlauf des Wahlkampfs noch etwas getan hat.

Um es vorweg zu nehmen, es blieb tendenziell leider bei den bestehenden Aktivitäten bzw. dem Ausbleiben dieser. Neue Treffer bei Suchmaschinen kamen hauptsächlich durch die lokale Presse, Stadtmagazinen und die Berichterstattung auf den Webseiten der Parteien hinzu.
Podiumsdiskussionen und Podcasts
Interessant war, dass alle drei Kandidaten gemeinsam an mehreren Podiumsdiskussionen teilnahmen. In verschiedenen Stadtteilen und Veranstaltungen stellten sie sich den Fragen der Zuhörer und erläuterten ihre unterschiedlichen Positionen. Zwei Veranstaltungen kann man sich im Internet als Video ansehen:
- Veranstaltung in der Halle400 vom 9. Februar 2009 auf kiel.de
- Veranstaltung der AIK-SH vom 13. Februar 2009 hier auf FördePerspektiven
Spannend ist die Tatsache, dass alle drei Kandidaten beim Kieler Podcast “KielPod” auftraten und dort 30-minütige Gespräche über Hintergründe, Wahlkampf und Pläne führten. Den lockeren Rahmen der Interviews nutzten die Kandidaten, um sich abseits des Wahlkampftrubels noch einmal von ihrer menschlichen Seite zu präsentieren und ihre persönliche Motivation zu erläutern.
Die interessanten Interviews kann man sich auf kielpod.de anhören.
Klassischer Plakatwahlkampf
Bei der klassischen Wahlwerbung setzt man bei allen Parteien auf Bewährtes - Plakate, Kugelschreiber und Stände in den Fussgängerzonen. Je nach Budget der Partei variiert die Menge und Größe - bei den Strategien gehen die beiden großen Kandidaten jedoch komplett verschiedene Wege.
Die amtierende Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz führt dabei einen klassischen Wahlkampf und setzt ausschließlich auf Plakate und die persönlichen Auftritte. Ihre Meinung dazu erläutert sie auch im Kielpod-Interview. Erstaunlich ist nur die Tatsache, dass sie auf den Plakaten auf die Darstellung der Parteizugehörigkeit verzichtet und ganz auf ihren lokalen Bekanntheitsgrad setzt.
Während man vor zwei Wochen den Eindruck hatte, dass Torsten Albig nahezu ausschließlich auf das Internet als Wahlkampfmedium setzt, hat sich das (Straßen-)Bild mittlerweile massiv gewandelt und an allen zentralen Plätzen sind Plakate positioniert.
…und die Möglichkeiten des Web 2.0
Im Internet wurde bei der CDU Schadensbegrenzung betrieben. Die vorherige - völlig veraltete - Webseite angelika-volquartz.de wurde vom Netz genommen und durch eine Unterseite auf der Schleswig-Holsteinischen CDU ersetzt. Leider hat man hier eine Chance vertan, denn auch dieser Auftritt ist nicht wirklich zeitgemäß.
Der Herausforderer Torsten Albig setzte hingegen von Anfang an auf das Internet und schöpft alle medialen Möglichkeiten aus. Neben seinem persönlichen Twitter-Feed, wird auch das Blog fast täglich aktualisiert und neuerdings gibt es sogar einen Albig-Comic.
Raju Sharma, der Kandidat der Linken, liegt medial zwischen den beiden anderen Konkurrenten. Amüsant ist der Wahlkampfsong der Linken auf Youtube, der von seiner Tochter eingesungen und seinem Sohn arrangiert wurde.
Alles in allem, kann man sich durch die Angebote im Internet ein gutes persönliches Bild von den drei Kandidaten machen. Als Ergänzung zum klassischen Wahlkampf können Politiker hier mehr Menschen erreichen und - mit überschaubarem Aufwand - ihre Ideen und Pläne publizieren.