FördePerspektivenArchitekturblog über Kiel und die Kieler Förde

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Fördewanderweg Ostufer: Möltenort

Defizite und Standortschwächen

Uferweg am Ostufer der Förde
Symbolbild: Uferweg am Ostufer der Förde

Der Strandbereich ist problematisch erschlossen und begrenzt zugänglich. Der vorhandene Strand ist räumlich recht beengt, so dass eine weitere Entwicklung, die die Strandnutzung intensiviert, nur begrenzt möglich erscheint. Die Gestaltung der Strandpromenade ist nicht mehr zeitgemäß. Eine Erhöhung der Anzahl und die Verbesserung der Zuordnung von Parkplatzangeboten für den öffentlichen Strand erscheint dringend notwendig und ist zugleich eine Vorbedingung für weitere Nutzungsintensivierungen des Strandbereiches.

Der Strand ist schlecht mit den Siedlungsstrukturen Heikendorfs vernetzt, hier gilt es deutliche Nachbesserungen vorzunehmen. Der Campingplatz riegelt den Wanderweg stark von der Förde ab; er entfaltet mit seinen Angeboten nur begrenzte touristische Strukturwirkungen, insoweit ist über eine Verlagerung des Campingplatzes an einen unbedenklicheren Standort, ggf. auch außerhalb des Gemeindegebietes, nachzudenken.

Potentiale

Eine entwickelte, wasserbezogene touristische Nutzung an der Kieler Förde ist erst ab dem Möltenorter Strand gegeben. Insoweit wird hier eine wichtige Scharnierfunktion für die touristisch dominierten Nutzungen an der Außenförde mit dem Ergänzungsangebot der Innenstadt von Kiel wahrgenommen. Die wasserseitige Anbindung der Innenstadt ist dementsprechend zu verbessern, die Bedienungsfrequenz des Wasserverkehrs zu erhöhen. Das Möltenorter Strandbad macht noch einen weitgehend unverfälschten, originären Gesamteindruck. Die noch vorhandene, prägende kleinteilige Bebauungsstruktur gibt dem Ort einen eigenen Charme und sollte Maßstab für weitere bauliche Ergänzungen sein. Das Möltenorter U-Boot-Ehrenmal markiert einen prägnanten Punkt an der Förde und bietet einen außergewöhnlichen Ausblick auf das Weichbild der Stadt. Die Umfeldsituation ist dementsprechend, durchaus in kritischer Betrachtung der historischen Situation des Entstehens, aufzuwerten. Der an den Strandabschnitt nördlich angrenzende Waldabschnitt stellt eine wichtige landschaftliche Zäsur und wichtigen Abschluss des Siedlungsbereichs von Heikendorf dar.

Der großvolumige, begleitende Bewuchs des Fördehangs erweist sich als verbindendes Element und damit als gewichtige Qualität entlang der gesamten Förde.

Leitmotiv / Gemeinsame Anknüpfungspunkte

Die maßstäblich angemessene Entwicklung der touristischen Funktion des Strandbades Möltenort sollte Vorrang vor jeglicher anderen Nutzung haben und als Alleinstellungsmerkmal für Möltenort fortentwickelt werden. Es sollte darüber hinaus geprüft werden, inwieweit vor dem Hintergrund erforderlicher zusätzlicher Abstellmöglichkeiten für den ruhenden Verkehr ein weitergehender Ausbau der Strandabschnitte möglich ist.

Für den Bereich des derzeitigen Campingplatzes sollte erwogen werden, inwieweit hier ggf. ein neues Angebot als extensiver Naturstrand für die Gruppe der Jugendlichen (Themenstrand) mit einer entsprechenden Ausstattung an Freizeiteinrichtungen und Unterbringungsmöglichkeiten (Jugenddorf, Zeltplatz etc.) an der Nahtstelle zwischen naturnaher Erholung und Stadtnähe entwickelt werden kann, um für die Tourismusregion Kiel langfristig eine neue Zielgruppe (positives Einstiegserlebnis in den Raum der Kieler Förde) zu erschließen.

Der alte Strandabschnitt am Ehrenmal sollte sich als Familienstrand weiter entwickeln, mit einer begleitenden Promenade, die deutlich funktional (weitere Gastronomie und Beherbergungsbetriebe) und gestalterisch aufzuwerten ist.

Konkrete Projektideen und weitere Planungsansätze

Im Bereich des vorhandenen Strandabschnittes ist eine Neugestaltung der Promenade aktuell schon mit der Umsetzung des Hotelneubaus vorzunehmen. Nach Ablauf des Pachtvertrages ist der Campingplatzbereich frei zu räumen und der Wanderweg direkt an die Uferkante zu verlegen. Es ist zu prüfen, inwieweit das skizzierte Jugendstrandkonzept schon umzusetzen ist.

Das Ehrenmal ist als Landmarke weiterhin freizustellen und als markanter Aussichtspunkt am Wasser als Möltenorter Balkon aufzuwerten. Ergänzende Bebauungen im Umfeld müssen deutlich Abstand wahren und sich in ihrer Höhenentwicklung begrenzen.

Es ist dringend angezeigt, für den Uferabschnitt Möltenorter Strand einen Rahmenplan aufzustellen, der die Fortentwicklung dieses Bereiches integriert betrachtet und insgesamt einen Qualitätssprung für die touristische Entwicklung möglich macht. Die Aufwertung der Promenade erfordert eine gesonderte Ausführungsplanung, die die Grundstücke und die angrenzende Bebauung mit einbezieht und ggf. von den Investoren mitfinanziert wird.

Kritische Diskussion

Dreh- und Angelpunkt der weiteren Entwicklung Möltenorts ist die Verbesserung der verkehrlichen Situation und des Parkplatzangebotes. Im Hinblick auf die schwierige Standortsuche für Wasserhäuser in dichteren Siedlungsbereichen (Sicherstellung der Erschließung, Vermeidung von Zersiedelung auf dem Wasser etc.), stellt sich im hinteren Bereich des Möltenorter Strandes die Frage, inwieweit es möglich ist, hier als Attraktionspunkt entsprechende Liegeplätze für eine rein touristische Nutzung (Ferienhäuser auf dem Wasser – kein Dauerwohnen!) anzuordnen (vgl. Arbeit Dibbern).

Teilnehmer der Arbeitsgruppe 4:

Wiebke Förster Dipl.Ing.
Matthias Schultz Dipl.Ing.
Klaus Jähnicke Stadtplaner
Martin Stepany Architekt
Herr Rütz

Die Workshopergebnisse finden Sie auch in der Broschüre auf den Seiten 26 bis 29. Einzelansichten und PDF-Download sind in der Galerie verfügbar.

Vorschaubilder aus der Broschüre: