Kiel 2030
Das bestimmende räumliche Merkmal der Stadt Kiel in Vergangenheit , Gegenwart und Zukunft ist die Lage um die Kieler Förde mit ca. 20 Kilometer Uferlinie. Kiel liegt nicht nur am Meer, sondern das Meer ist die Mitte der Stadt und es trennt sie in Westufer und Ostufer.
Kiel, die Wasserstadt schlechthin, so sollte man meinen. “Kiel ist gar nicht die Stadt am Wasser” ist dagegen der Eindruck vieler Besucher und Besucherinnen. Die Ursache ist klar: 40% der Wasserlagen am Westufer und über 80% der Wasserlagen am Ostufer sind nicht öffentlich zugänglich. Das Wasser ist nicht erlebbar, weil die Uferflächen durch Marine, Werften und Hafenanlagen dominiert werden.
Die tragenden Säulen der Kieler Wirtschaft – Marine und Werften – haben an Bedeutung verloren. Kiel befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der unmittelbare Auswirkungen auf die Identität und die Stadtentwicklung hat.
Leitziele
1. Die Inwertsetzung der Meereslage und der durch Konversion verfügbaren Flächen für eine “komplette” und vitale Stadt hoher Lebensqualität unter Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeitmöglichkeiten bei Erhaltung und Entwicklung der Umwelt und Landschaftsqualität
UND
2. eine umfassende Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Potenziale und ihrer Wechselwirkung zur Wirtschaftsstruktur bei besonderer Betonung maritimer Forschung und Technologie und nicht zuletzt des Schiffbaus.
1000 Menschen
Die zentralen Fragestellungen wurden in einem Intensivdialog zwischen wissenschaftlichen Expertenteams, Fachleuten aus der Stadtverwaltung, engagierten Persönlichkeiten und Bürgerinnen und Bürgern Kiels diskutiert.
Besondere Akzente setzten der Jugendwettbewerb “Meine Stadt – Meine Visionen”, zwei international besetzte Architekten-Workshops und eine eigenständige Arbeitsgruppe aus hochkarätigen Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft Kiels und der Technologieregion K.E.R.N. e. V.
Die IHK-Kiel hat das Thema der maritimen Kompetenz vertieft. Neue Netzwerke wurden geschaffen, Studenten aus Eckernförde, Kiel, Hamburg und Berlin haben sich diesem Thema angeschlossen und Kiel 2030 wurde in Projektwochen an Schulen behandelt.
Kiel vor 30 Jahren
Die 70er Jahre waren auch für Kiel geprägt von einer Aufbruchstimmung, die an die politische Planbarkeit der gesellschaftlichen Entwicklung und an ungebrochenes wirtschaftlich-technisches Wachstum glaubte.
Für Kiel richteten sich die Erwartungen insbesondere auf eine weiter florierende Werftindustrie mit weltweiten steigender Nachfrage für den Schiffsneubau und auf ein stetiges Bevölkerungswachstum. Beide Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Der deutsche Schiffsbau geriet in der globalen Konkurrenz in eine schwere, anhaltende Krise und statt Bevölkerungswachstum erlebte Kiel einen Rückgang der Bevölkerung mit starken Überalterungstendenzen.
Ein Stadtentwicklungskonzept, das angesichts der Dynamik politischer, wirtschaftlicher, technologischer und auch gesellschaftlicher Veränderungen belastbar sein soll, erfordert eine enge und bisher gängige Strukturen durchbrechende Integration der Kompetenz mit allen Sachbereichen, Wirtschaft und Wissenschaften und der Partizipation der Bürger.
Der Forschungsverbund “Stadt 2030″
Im Frühjahr 2000 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Ideenwettbewerb Stadt 2030 bundesweit ausgeschrieben. Über 100 Kommunen haben sich daran beteiligt.
21 Sieger wurden für ihre Projektideen ausgezeichnet und erarbeiten im Forschungsverbund “Stadt 2030″ in Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern Leitbilder, Zukunftskonzepte und Szenarien, um sich auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten und werden dabei vom BMBF finanziell gefördert.
Der Forschungsverbund hat sich zum größten Stadtforschungsprojekt der letzten Jahrzehnte entwickelt und die Stadt Kiel ist dabei!
Projektbeteiligte:
Forschungsverbund “Stadt 2030”
Projektträger: TÜV-Akademie Rheinland GmbH PT MVBW, Köln
Betreuung: Deutsches Institut für Urbanistik (difu), Berlin
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
![]()
Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Kiel
![]()
RAUM & ENERGIE – Institut für Planung, Kommunikation und Prozeßmanagement GmbH, Wedel
Tabellarische Übersicht über alle Projekte/Verteilung im Bundesgebiet
Hinweis: Die zugehörigen Informationstafeln aus der Ausstellung finden Sie in der Galerie im Album Kiel2030/Einführung.



