Innenstadtentwicklung kommt in Bewegung – Karstadt verkauft

Wie heute auf KN-Online überraschend gemeldet wurde, ist die Immobilie am Alten Markt an einen Hamburger Projektentwickler verkauft worden. Die anderen Interessenten (ECE, Sonae Sierra und mfi) gingen leer aus. Nach der Schließung der Karstadt-Filiale im März, soll auf der Fläche nun ein neues Geschäftshaus entwickelt werden.

Nachdem die Innenstadtentwicklung seit der Planungswerkstatt im Februar 2009 aufgrund der ungewissen Karstadt-Zukunft stagnierte, dürfte nun endlich wieder Bewegung in den Prozess kommen. Bedauerlich ist die Tatsache, dass der LEIK-Bereich nicht mitverkauft wurde und vorerst unverändert erhalten bleibt. Die Planung wird nun wahrscheinlich auf eine kleine Lösung hinauslaufen und nicht auf eine große Geste, die einen städtebaulichen Impuls setzen könnte.

Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Besitzer nicht nur das alte introvertierte Kaufhaus durch eine moderne Fassade aufwerten werden und einen Elektromarkt als Kundenmagnet ansiedeln, sondern auch auf die Qualität ihres neuen Geschäftsumfeldes Rücksicht nehmen. Aus architektonischer Sicht wäre eine kleinteiligere und differenziertere Fassade wünschenswert, um einen menschlicheren Maßstab zu erhalten. Auch die im Entwurf vom Stadtplanungsamt skizzierte Wegeverbindung zwischem Altem Markt und Bootshafen könnte eine Maßnahme sein, um – zumindest zu den Ladenöffnungszeiten – eine kleinteiligere Struktur in der Altstadt zu erhalten und den bestehenden Inselcharakter des alten Gebäudes abzumildern.

Das Quartier hatte bisher immer Priorität bei den Planungen der Stadtverwaltung und alle weiteren Schritte wurden davon abhängig gemacht. Wie geht es nun weiter?

In der letzten Sitzung des Ortsbeirats Mitte stellte Herr Riethmüller, der Architekt der ECE, ein überarbeitetes Konzept für den Schlossbereich vor, bei dem das Schlossgebäude erhalten bleibt, der Konzertsaal aber abgerissen werden soll. Nachdem der Verkauf des Karstadtareals nun feststeht, dürfte die anstehende Ortsbeiratssitzung am 19.1.2010 interessant werden.

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