Meeresmuseum Ozeaneum in Stralsund

In Stralsund wurde im Juli 2008 das Ozeanum eröffnet. Vor kurzem wurde der Image-Film für das Museum veröffentlicht, so dass man sich ein sehr gutes Bild von Gebäude und Umgebung machen kann.

Das Museum möchte bei seinen Besuchern Begeisterung für das Meer und dessen Bewohner wecken und ihnen die Hintergründe der Evolution sowie die Zusammenhänge der Ökosysteme näher bringen. Es werden wechselnde Ausstellungen zu aktuellen Umweltthemen mit Forschungshintergrund oder speziell für Kinder angeboten. Das Angebot wird durch Gastronomie und ein umfangreiches Veranstaltungsangebot abgerundet.

Das phantastische, offene Gebäude, welches von Behnisch Architekten geplant wurde, soll an von Wasser umspülte Steine im Meer erinnern, die von allen Seiten von Besuchern und Licht umströmt werden. Mit seinen geschwungenen Formen und seiner Farbe hebt sich das Gebäude klar von der Umgebungsbebauung ab und hat so Leuchtturmcharakter. Der Baukörper besteht aus vier Teilbereichen, die die Maßstäblichkeit der Nachbargebäude aufnehmen und thematische Schwerpunkte beinhalten. Die Außenform zeichnet den Rundgang des Museumsbesuchers nach und führt diesen durch die Aquarien- und Ausstellungsbereiche – und später wieder zurück zum zentralen Foyer. Die Fassade besteht aus großformatigen gebogenen Stahlblechen, die von einem ortsansässigen Unternehmen hergestellt wurden.

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Mehr Mut zum Science-Center

Es ist bedauerlich, dass die Finanzierung in Kiel nicht zu Stande kam und das Projekt nach langem politischen Tauziehen gekippt wurde. Ein Gebäude wie das Science-Center hätte einen wichtigen Impuls für die vollständige Bebauung des Areals setzen können. Nun stehen die Germania-Arkaden etwas verloren am östlichen Hörnufer. Durch den massigen Baukörper wird dieser Eindruck noch verstärkt. Es ist zu hoffen, dass sich mittelfristig weitere Investoren für eines der attraktivsten Grundstücke Kiels finden, damit die Kai-City-Kiel ihrem Namen endlich gerecht wird.

Der bauliche Aufschub ist jedoch auch eine Chance für die Hörn. Auch, wenn der Gewinnerentwurf des Wettbewerbs von Schnittger Architekten sehr gut war und seine Aufgabe hervorragend erfüllt hätte, wünscht man sich als architekturaffiner Mensch doch etwas mehr. Denn Emotionen und Neugier weckt der Entwurf weniger, sondern fügt sich eher nahtlos zwischen Schmid-Bau und Germania-Arkaden ein.

Auch wenn das Budget des Ozeanums doppelt so hoch war – Gestaltung ist generell keine Frage des Geldes, sondern der Phantasie. Speziell bei einem Museum hätte man mehr wagen und einen echten Besuchermagneten wie in Stralsund schaffen können.

Webseite des Museums: www.ozeaneum.de

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Goethe-Instituts

Architekt: Behnisch Architekten

Konzept/Kamera/Schnitt: Andreas Christoph Schmidt/Michael Auer,
Schmidt&Paetzel Fernsehfilme GmbH im Auftrag des Goethe-Instituts, 2008

Foto: Johannes-Maria Schlorke

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